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Der THW Kiel – ein Verein aus dem hohen Norden schreibt Handballgeschichte

Was wäre Kiel ohne seine Handballer? Hervorgegangen aus dem Turnverein der Stadtteile Kiel Hassee und Kiel Winterbek, ist unser THW eine wahre Sportlegende.
 
Der THW Kiel (Turnverein Hassee-Winterbek Kiel) hat in den vergangenen Jahrzehnten einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet, das Handballspielen in Deutschland populär zu machen. Alle Fans wissen genau, wo der THW jetzt steht – nämlich da, wo er seit Jahren zu finden ist, an der Spitze der Bundesliga. Aber wann hat die Erfolgsgeschichte der „Zebras“ begonnen? Und wie ging es schneller, weiter, immer höher hinauf? Unser Porträt des THW Kiel ist eine Hommage an einen der sympathischsten und erfolgreichsten Klubs – und seine Fans.
 
Handball THW Kiel

Ein schwarz-weiß gestreifter Turnverein und seine Zebras

Wenn heute bei einem Heimspiel des THW Kiel in der voll besetzten Sparkassen-Arena (Ostseehalle) die Vereinshymne „Olé, hier kommt der THW“ angestimmt wird – sehr frei nach dem Original „Go West“ von den Pet Shop Boys –, gleicht der Blick zurück in die Vereinsgeschichte einer Zeitreise. 1923, vor rund 90 Jahren, war der Feldhandball eigentlich nur eine Notlösung. Lieber hätten einige aktive Mitglieder des Turnvereins Hassee-Winterbek den damals sehr populären Fußball gespielt. Ein entsprechender Antrag stieß jedoch auf rigorose Ablehnung: kein Fußball im Turnverein!
 
Zum Glück gab es aber seit Kurzem diesen „neuen“ Sport, das Handballspiel. 1917 war es aus der Taufe gehoben worden – und fand schließlich Gnade bei der gestrengen Turnerschaft Hassee-Winterbeck. Ab 1923 also wurden auf dem Wulfsbrook-Sportplatz, der einem besseren Acker glich, die Bälle geworfen. Als Sportwart fungierte Magnus Hermannsen, der spätere Erste Vorsitzende des Handballvereins. 1924 wollten übrigens durchschnittlich 30 Zuschauer die Spiele sehen – doch die fetten Jahre sollten noch kommen. Bereits 1925 gelang der Aufstieg in die damalige „Meisterklasse“ der Männer. Bis zum Spiel um die „inoffizielle deutsche Meisterschaft“ sollten noch mehr als 20 Jahre vergehen.
 

Keine Atempause – Handball wird gespielt: Es geht voran!

Nach den schweren Kriegszeiten erholte sich der Sport, der selbstverständlich in den Hintergrund getreten war. Der große Meisterschafts-Wurf gelang 1948, als sich die Kieler in ihren schwarz-weißen Trikots mit 10:8 gegen den SV Waldhof Mannheim durchsetzten. Ein Jahr später richtete bereits der Deutsche Handballbund (DHB) die Meisterschaften aus – ab nun gab es offizielle Deutsche Meisterschaften. Der damalige Konkurrent FRISCH AUF! Göppingen spielt heute ebenfalls in der 1. Bundesliga.
 
In den folgenden Jahren änderte sich sportlich einiges – Handball entwickelte sich rasant und war schon bald in seiner Dynamik und Schnelligkeit nicht mehr mit den Freiluftanfängen vergleichbar. 1966 wurde die Handball-Bundesliga als höchste Spielklasse für Herren eingeführt. Als fast ebenbürtiger Gegner des erfolgreichsten Bundesliga-Vereins THW Kiel erweist sich seither immer wieder der starke VfL Gummersbach.
 

Die unglaubliche Erfolgsbilanz des THW Kiel

In den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren durchlebte der THW Kiel viele Höhen und manche Tiefen. Richtig Fahrt nahm der Verein aber in den Neunzigern auf, als der kroatische Trainer Zvonimir Serdarušić („Noka“) seine Zebras von Erfolg zu Erfolg führte. Elfmal gewann „sein“ THW Kiel die Deutschen Meisterschaften, 2007 gelang das sensationelle Triple: Gewinn der Champions League, des DHB-Pokals und der Deutschen Meisterschaft!
 
Bis 2008 währte Serdarušićs Ära als Cheftrainer, abgelöst wurde er durch den Isländer Alfreð Gíslason. Unter isländischer Regie wiederholte der THW 2012 den Triple. Rekordverdächtig sind aber nicht nur die Erfolge des Vereins, auch die Zuschauerzahlen sind konstant so hoch, wie bei keinem anderen Erstliga-Klub in Deutschland. Fans wissen: Wenn der THW im Spiel ist, dürfen sie sich auf Handball in Perfektion freuen. Je stärker die Gegner, desto motivierter zeigen sich die Kieler. Volle Hallen sind der Lohn für Einsatz, Kampfgeist und jede Menge Spielfreude.
 

Wer im Handball Rang und Namen hat ...

... spielt im THW Kiel. Die Liste der Top-Spieler liest sich wie ein „Who’s who“ des Handballs: deutsche Eigengewächse der frühen Jahre ebenso wie internationale Stars aus Dänemark, Schweden und vielen anderen Ländern. Unvergessen bleibt der 2008 verstorbene Heinrich Dahlinger, der 30! Jahre lang für den THW Kiel auflief und auch als Trainer Verantwortung übernahm. Legendär im Tor: Michael Krieter, die „Pumpe“ und Mannschaftskapitän Holger Oertel, Letzterer ebenfalls nach seiner aktiven Zeit als Trainer dem Verein verbunden. Gleich vier Welthandballer spielten und spielen für den THW: Henning Fritz (2004), Nikola Karabatić (2007), Thierry Omeyer (2008) und Daniel Narcisse (2012). Ein Spieler aber ist bereits zu Lebzeiten eine Legende: (Hans Einar) Magnus Wislander, der „Welthandballer des Jahrhunderts“. Zwölf Jahre lang spielte der Schwede für den THW. Er war eine Institution am Kreis und im Rückraum Mitte. Seine Rückennummer 2 ist seither im THW Kiel „heilig“ und wird nicht mehr vergeben.
 
Aber nicht allein die „alten“ Spieler haben Handballgeschichte geschrieben. Am aktuellen Kapitel der Erfolgsgeschichte sind andere Talente beteiligt. Sie kommen aus Deutschland und heißen Christian Zeitz, Christian Sprenger und Dominik Klein. Oder sie stammen aus unterschiedlichen Handballnationen, wie Filip Jícha (Tschechien), Aron Pálmarsson (Island) und Niclas Ekberg (Schweden) – um nur einige zu nennen.
 
Nachdem der THW Kiel in einem packenden Zweikampf mit den Rhein-Neckar Löwen zum 18. Mal Deutscher Meister wurde, scheint der Weg frei zu sein für das dritte „Triple“. Es fehlt noch die Entscheidung in der Champions League. Gelingt der Coup, werden sich wieder Tausende begeisterter Fans vor dem Kieler Rathausplatz versammeln und lauthals „Olé, hier kommt der THW“ singen. Wir stimmen dann natürlich nur zu gern ein!
 
Kiel ist stolz auf euch
 
Ausgeträumt, der HSV Hamburg zerstört Kiels Traum vom Triple. Leider verpasste der Rekordmeister Kiel, Handball-Geschichte zu schreiben. Bisher hatte es in Europa nur Barcelona (1997 und 1998) einen Triple-Sieg zu erlangen. Trotzdem feierte Kiel am 08. Juni gegen 22.00 Uhr ihren THW. Rund 10.000 Fans versammelten sich gestern auf dem Rathausplatz um die THW-Stars zu begrüßen und mit Ihnen zu feiern.
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